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Chorfensterwettbewerb in Rohrbeck ist entschieden

Transparente und mattierte Flächen spielen mit dem Licht im Entwurf von Ruth Baumann
Fotos: Dagmar Kurras

Ruth Baumann gestaltet Chorfenster der Rohrbecker Kirche

Die Künstlerin Ruth Baumann aus Berlin wird die Chorfenster der Rohrbecker Kirche neu gestalten. Das entschied die Jury des Wettbewerbs zur Gestaltung der Kirchenfenster in ihrer abschließenden Sitzung am 26. März. Aus 91 eingereichten Entwürfen waren fünf Gestaltungsvorschläge in die engere Wahl gekommen.

Ruth Baumann überzeugte die Jury mit ihrem zurückhaltenden und doch starken Entwurf. Transparente und gesandstrahlte, etwa fingerbreite Linien erwecken die Glasscheiben zum Leben. Die waagerechten Linien, von innen und außen aufgebracht, lassen ein plastisches Bild entstehen, das vielseitig deutbar ist. Es erinnert an eine Wasserfläche oder auch an Textzeilen. Die transparenten Linien vermitteln zwischen Innen und Außen, zwischen Gebet und äußerer Welt. Zwei großrahmige Pinselstrichlinien in gelb und orange verbinden alle drei Fenster und umrahmen den Altar, jedoch ohne sich zu treffen. Anfang und Ende sind nicht erkennbar.

Ausstellung bis 23. April

Der Entwurf ist im Rahmen einer Ausstellung in der Rohrbecker Kirche zu sehen. Mit einem festlichen Auftakt am 25. März startete die Präsentation der fünf in die Endrunde gewählten Entwürfe von Ruth Baumann, Ute Lindner und Teresa Mazuela aus Berlin, Andreas Hildebrandt aus Potsdam und Caroline Rüss aus Falkensee. Sie sind die Preisträger eines Wettbewerbs, den die Rohrbecker Kirchengemeinde zur Neugestaltung der Fenster ausgeschrieben hatte. Ihre Entwürfe in Modellen 1:5 sind noch bis zum 23. April in der Rohrbecker Kirche aufgestellt.

Die fünf Preisträger hatten die gestellte Aufgabe besonders überzeugend gelöst. Die neuen Fenster sollen künstlerisch gestaltet sein und doch nicht die Aufmerksamkeit vom wertvollen Inventar, nämlich Barockaltar und Kanzel ablenken. Die Gestaltungsvorschläge sollten zeitgemäß sein und sich gleichzeitig in das Gebäude mit seinen mittelalterlichen Wurzeln einfügen.

Die Jury

Zur Jury gehörten acht Mitglieder: Die Künstlerin Monika Grzymala, Pfarrer Christhard-Georg Neubert, Kunstbeauftragter der Landeskirche, Pfarrerin Heike Benzin und Eva Dittmann-Hachen von der Kollegialen Leitung des Kirchenkreises Falkensee, Bauing. Ingo Dreger sowie drei Vertreterinnen des Gemeindekirchenrats, nämlich Dagmar Kurras, Christel Waeder und Elisabeth Fleisch.

Die künstlerische Leitung des Wettbewerbs hatte die renommierte Künstlerin Monika Grzymala aus Berlin. Sie hat schon im New Yorker Museum of Modern Art, in London, in Vancouver und vielen anderen Orten der Welt und vor kurzem in der Galerie Crone in Berlin ausgestellt. Dazwischen nahm sie sich Zeit für die Rohrbecker Kirchengemeinde und beriet den Gemeindekirchenrat unentgeltlich für den gesamten Prozess des Wettbewerbs. Mit ihr gemeinsam hatte der Gemeindekirchenrat und das Ing. Büro Dreger die Ausschreibung für den Wettbewerb entwickelt.

Besichtigung möglich

Wer die Kirche besuchen möchte, melde sich bitte bei Christel Waeder, Tel. 03322/203457 oder Elisabeth Fleisch, 03322/275634

Die erforderliche Summe zur Realisierung des Siegerentwurfs steht noch nicht vollständig zur Verfügung. Deshalb freut sich der Förderkreis Kirchensanierung Rohrbeck über Spenden auf das Konto 3819002773 bei der MBS in Potsdam, BLZ 16050000.

Elisabeth Fleisch, Mitglied des Gemeindekirchenrat Rohrbeck

Allgemeine Informationen zum Wettbewerb

Anlässlich der Fenstersanierung vor zwei Jahren hatte der Gemeindekirchenrat sich entschlossen, die vorhandenen Scheiben aus industriell gefertigtem Glas nicht restaurieren zu lassen. Der große Aufwand hätte nicht im Verhältnis zum geringen Wert der alten Verglasung gestanden.